Holz und Elfenbein - Tanya T. Heinrich Organist Alexis und Konzertpianist Federico studieren beide am Konservatorium in Genf. Alexis ist 27 und bereits recht erfolgreich in seinem Fach, aber an Virtuosität und musikalischem Genie kann er dem 19 jährigen Federico nicht das Wasser reichen. Dazuhin ist Alexis ein englischer Diplomatensohn, weltläufig, souverän, reich geboren und steht offen zu seiner Homosexualität. Federico hat seine Eltern früh verloren; er kommt trotz seiner diversen Stipendien kaum über die Runden und reibt sich zwischen Klavierüben, Studium und Konzerten so sehr auf. daß er kaum Zeit für ein Privatleben hat, geschweige denn, darüber nachzudenken, ob er denn nun eher auf Männer steht oder auf Frauen. Trotz ihrer Unterschiede kommen Alexis und Federico sich näher, vor allem auf Initiative von Alexis hin, der sich auf den ersten Blick in Federico verliebt hat. Erst nach einer ganzen Weile merkt Federico, dass Alexis etwas von ihm will, und er braucht noch ein wenig länger bis ihm klar ist, daß die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruht. Bis er seine Gefühle akzeptieren kann, macht Federico eine ziemliche Identitätskrise durch. Aber als dann auch noch eine Verletzung seine Karriere zu beenden droht, ist es ausgerechnet Alexis, der zu Federicos Halt und Stütze wird. Das was eine recht süße, leicht angsty angehauchte boy-meets-boy Geschichte mit einigen wirklich schönen Szenen und erstaunlich gut und geschmackvoll geschriebenen Sexszenen. Leider war die Übersetzung kaum zu ertragen in ihrer hölzernen Unbeholfenheit. Auf Englisch wäre diese Geschichte wahrscheinlich ein netter Comfort Read für zwischendurch gewesen.